Beim dritten Anlauf klappte es

Aller guten Dinge sind drei: Dass ab dem 18. November 2020 im Baumeister Kurszentrum Effretikon die Schweizermeisterschaften der Maurer stattfinden konnten, ist dem grossen Einsatz der Organisierenden zu verdanken. Zwei ursprünglich angesagten Austragungen mussten coronabedingt abgesagt werden.

Welches Sujet sollte gemauert werden? Diese Frage sollte im Vorfeld der Swiss Skills Schweizermeisterschaften der Maurer, die morgen im Baumeister Kurszentrum Effretikon starten, eine zentrale Rolle spielen. Es hat sich eingebürgert, dass das Objekt, das die Wettkämpfenden erstellen, einen Bezug zum Wettbewerbsort hat. Genau das stellte sich dieses Jahr als Knacknuss heraus. Ursprünglich war geplant gewesen, dass sie Schweizermeisterschaften der Maurer anlässlich der Swiss Skills in Bern stattfinden würden. Im Mai 2020 wurde aufgrund der Corona die Swiss Skills, die im September 2020 stattgefunden hätten, abgesagt. Das Organisationsteam um René Engetschwiler beschloss, die Meisterschaften anlässlich der Berufsmesse in Zürich durchzuführen, also im November. Dabei stand schnell fest, dass die Wettbewerbsaufgabe geändert werden musste. «Wir konnten die fünf Finalisten in Zürich nicht ein Sujet mit Berner Bezug mauern lassen», erläutert Engetschwiler. Das bedeutete, dass alle Pläne umgeschrieben werden mussten. Im Oktober stand dann die nächste Änderung auf dem Plan. Auch die Berufsmesse Zürich reihte sich unter die im 2020 abgesagten Veranstaltungen ein. «Mit dem Baumeister Kurszentrum Effretikon fanden wir einen Ersatz», so Engetschwiler, der einräumt: «Zweimal einen neuen Austragungsort finden zu müssen war sehr anspruchsvoll und hat uns gefordert.»

Hohe Priorität

Eine Absage der Meisterschaften stellte keine Option dar. «Das hätte bedeutet, dass wir auch die Teilnahme an den World Skills und an den Euro Skills hätten absagen müssen», so Engetschwiler. Marco Fässler, bei der Tessiner Sektion zuständig für die Berufsbildung, betont, die Berufsmeisterschaften seien sehr wichtig. «Wir haben ihnen von Anfang an eine hohe Priorität eingeräumt», sagt er, «und die Lernenden motiviert, an den Wettkämpfen teilzunehmen.» Umso mehr freut es ihn, dass mit Oliver Iametti bereits der zweite Tessiner Kandidat in Folge den Einzug ins Finale geschafft hat. Fässler erläutert, die Swiss Skills-Kandidaten seien nicht nur gute Wettkämpfer, sondern hätten auch einen sehr guten Abschluss der Lehre geschafft. Iametti, etwa, war mit der Abschlussnote 5,1 der drittbeste Absolvent im Kanton Tessin, weswegen er mit dem «Premio Renato Antonini» ausgezeichnet wurde.

Im Tessin wie in den anderen Regionen werden in den Maurerlehrhallen talentierte Lernende auf die Swiss Skills aufmerksam gemacht und ermuntert, teilzunehmen. Die Finalisten stammen dementsprechend aus allen Landesteilen. Es sind:

  • Ben Zaugg aus Zollbrück; Schmid Hans AG, Rüderswil
  • Nicola Krause aus Schüpfheim; Arnet Bau AG, Entlebuch
  • Raoul Rempfler aus Appenzell; Finger AG, Lüchingen
  • Jonah Rieder aus Crémines; Cobal SA, Moutier
  • Oliver Iametti aus Ponto Valentino; Rodesino Impresa di Costruzioni Generali Sagl, Torre
Familientradition und Freude an der Arbeit

Die Berufsmeisterschaften Swiss Skills stellen eine Werbung für die Berufslehre dar. Der Finalist Raoul Rempfler erklärt seine Freude am Maurerberuf so: «Ich arbeite sehr gerne handwerklich an der frischen Luft und im Team. Meistens sieht man das Erbaute noch Jahre danach.» Zu den Karriereaussichten meint er: «Selbstverständlich sind Weiterbildungen für meine Zukunft ein Thema.» Jonah Rieder entschied sich für eine Maurerlehre, weil sein Vater und sein Grossvater bereits Maurer waren und sind. Zudem gefalle ihm die Arbeit mit Maschinen. Auch seine Freizeit verbringt Rieder gerne an der frischen Luft, und zwar auf einem Bauernhof. Die Arbeit dort ist sein Hobby.

Bereit für die Aufgaben

Sechs Trainingstage sieht das Swiss Skills-Reglement vor und entsprechend haben die Maurerlehrhallen ihre Teilnehmenden vorbereitet. Rieder bereitete sich zudem vor, indem er an seiner Konzentration arbeitete.

Coronabedingt finden die Wettkämpfe unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur an die Rangverkündigung vom Samstag, 21. November 2020 um 16 Uhr sind Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen, wobei es nicht mehr als 50 Personen sein dürfen. Die Schweizer Bauwirtschaft wird aber über die Wettkämpfe und deren Ausgang berichten.

Über den/die Autor/in

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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