Berner Regierungsrat befürwortet Konzession für Kraftwerk Trift

Der Regierungsrat des Kantons Bern unterstützt das Konzessionsgesuch der Kraftwerke Oberhasli (KWO) für den Bau eines neuen Speicherkraftwerks an der Trift. Das geplante Kraftwerk würde massgeblich dazu beitragen, dass die Ziele der Energiewende in der Schweiz erreicht werden können. Der Grosse Rat wird in der Wintersession über das Gesuch befinden.

Die KWO wollen an der Trift im Gadmental einen neuen Speichersee und ein Kraftwerk bauen. Das Unternehmen hat beim Kanton ein entsprechendes Konzessionsgesuch eingereicht. Im geplanten Kraftwerk könnten zusätzlich 145 Gigawattstunden Strom pro Jahr aus erneuerbaren Energiequellen produziert werden. Überdies fasst der geplante Speichersee ein Wasservolumen, das es ermöglicht, im Winterhalbjahr zusätzliche 215 Gigawattstunden Strom zu produzieren.

 

Wichtiger Beitrag zur Energiewende

 

Der Regierungsrat befürwortet das Projekt, weil es einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leistet. Die Wasserkraft deckt im Kanton Bern heute rund 50 Prozent des Strombedarfs. Gemäss der kantonalen Wassernutzungsstrategie soll die Stromproduktion aus Wasserkraft bis 2035 um 300 Gigawattstunden erhöht werden. Mit der erwarteten zusätzlichen Stromproduktion würde das Kraftwerk Trift rund die Hälfte des angepeilten Ausbauziels abdecken. Auch aus nationaler Sicht ist das geplante Kraftwerk wichtig, weil es rund zehn Prozent des zusätzlichen Bedarfs an Wasserkraft, der für die Energiewende benötigt wird, abdecken würde.

 

Grössere Versorgungssicherheit im Winter

 

Das zusätzliche Speichervolumen von 215 Gigawattstunden ermöglicht es zudem, im Winter mehr Strom zu produzieren – dann, wenn Strom in der Schweiz knapp ist. Schliesslich leistet das Kraftwerk einen erheblichen Beitrag an die Stabilität des Schweizer Stromnetzes, weil zusätzlich benötigte Energie kurzfristig abrufbar ist.

 

Gesetzliche Vorgaben erfüllt

Das Vorhaben erfüllt alle gesetzlichen Vorgaben. Unbestreitbar ist, dass das Projekt das Landschaftsbild insbesondere im Bereich des Triftsees beeinträchtigt. Insgesamt überwiegen jedoch nach Ansicht des Regierungsrates die erheblichen energiewirtschaftlichen Interessen das Interesse am ungeschmälerten Erhalt der Landschaft. Die Konzession kann mit Auflagen erteilt werden. Alle Einsprachen gegen das Projekt hat der Regierungsrat als unbegründet abgewiesen.

 

Der Grosse Rat wird sich mit dem Konzessionsgesuch in der Wintersession 2020 befassen.

 

In diesem Zusammenhang ist es begrüssenswert, dass die Umweltkommission des Ständerates eine Initiative zur Verschärfung der Massnahmen für Wasserkraftwerke aus dem Nationalrat kürzlich ablehnte. Die Initiative fordert eine Änderung des Wasserrechtsgesetzes, damit bei der Erneuerung von Konzessionen zur Wasserkraftnutzung die Behörden zusätzliche Massnahmen verlangen können. Die Ständeräte hingegen lehnen weitere Vorschriften ab, damit das Ausbauziel für die Wasserkraft im Rahmen der Energiestrategie 2050 erreicht werden kann.

 

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