Corona-Pandemie - Verantwortung gemeinsam wahrnehmen

Mit einem Schreiben haben sich der SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi und der Direktor Benedikt Koch heute an die Präsidentin und die Präsidenten der Sektionen sowie an die Geschäftsführer der Sektionen gewandt. Sie rufen dazu auf, die Mitarbeitenden zu schützen und betont die Bedeutung des Fünf-Punkte-Plans. Gleichzeitig mahnen sie, COVID-19 sei keine Profilierungsbühne für Gewerkschaften.

Die Corona-Pandemie stellt die gesamte Gesellschaft und mit ihr auch die Baubranche vor grosse Herausforderungen. Bisher hat die Baubranche die Pandemie gut gemeistert. Die Bauwirtschaft hat sich als tragende Säule von Wirtschaft und Gesellschaft im ersten Halbjahr bewährt. «Wir haben bewiesen, dass wir die Herausforderungen meistern können. Das halten wir uns auch angesichts der aktuellen Situation mit wieder steigenden Fallzahlen vor Augen. Wir sind vorbereitet und wollen gemeinsam mit Ihnen als Verantwortliche in den Sektionen unsere Verantwortung wahrnehmen», schreiben SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi und SBV-Direktor Benedikt Koch an die Adresse der Sektionen. Dabei haben sie klare Vorstellungen, wie das weitere Vorgehen sein soll.

Massnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden

So betonen Lardi und Koch die Wichtigkeit von Massnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden. Dabei stellen sie auch fest: «Mit den praxiserprobten Schutzkonzepten sind die Bauunternehmen inzwischen weitaus besser auf eine Eindämmung der Pandemie vorbereitet als noch im Frühling.» Trotzdem sei es notwendig, dass sich ausnahmslos alle, also sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer, an die Vorgaben des BAG halten würden. Lardi und Koch erinnern an die Abstands- und Hygieneregeln und rufen dazu auf, diese nicht nur bei der Arbeit, sondern insbesondere auch in der Freizeit einzuhalten, wo derzeit die meisten Infektionen festgestellt werden. «Gemeinsam die Verantwortung wahrnehmen heisst, alle nötigen Massnahmen zu treffen, damit die Baustellen sicher weiterbetrieben werden können», meinen sie.

Fünf-Punkte-Plan – wichtiger denn je

Lardi und Koch machen deutlich, was die Bauwirtschaft nun braucht: «Um die Bauwirtschaft zu stützen und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten zu können, braucht es eine Beschleunigung und Intensivierung, insbesondere bei der Planung von Projekten, den Bewilligungsverfahren, den Vergabeverfahren sowie der Umsetzung von Bauprojekten. Der Fünf-Punkte Plan, welchen der SBV und Infra Suisse vor dem Sommer breit lanciert und positioniert haben, ist heute aktueller denn je.» Der Weg aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation führe in der Bauwirtschaft nicht über teure und verspätet wirkende Impuls- oder Rettungsprogramme, sondern über eine spürbare Beschleunigung und Intensivierung der ohnehin notwendigen Arbeiten für die Modernisierung des Gebäudeparks und die Instandhaltung unserer Infrastrukturen. Der Zentralpräsident und der Direktor nehmen dabei die Sektionen in die Pflicht: «Sensibilisieren Sie auf Ebene Kanton, Stadt und Gemeinde die verantwortlichen Regierungsratsmitglieder, die Behörden, die Parlamente auf die fünf Punkte zur Abfederung der Rezession und für den Erhalt von Arbeitsplätzen:

1. Bauprojekte unverzüglich in Angriff nehmen

2. Aufträge an Architekten, Ingenieure und Unternehmer erteilen

3. Laufende Planungen und Projektierungen forcieren

4. Bewilligungsverfahren in Gemeinden und Kantonen beschleunigen

5. Bauprojekte sicher und uneingeschränkt weiterführen. »

Klare Absage an Profilierungsgelüste

Lardi und Koch erinnern daran, dass die Federführung bei der Kontrolle der Einhaltung der Schutzbestimmungen bei den Kantonen und der SUVA liegt. Covid-Kontrollen durch paritätische Kommissionen seien explizit nicht vorgesehen. Solche seien dementsprechend sofort zu unterbinden, denn: «Der Schutz der Mitarbeitenden und die Eindämmung der Pandemie dürfen nicht für gewerkschaftspolitische Spiele missbraucht werden.»

Digitale Möglichkeiten nutzen

Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um Anlässe wie Generalversammlungen durchzuführen. Lardi und Koch erinnern daran, dass dementsprechend bei den Sektionen einige Events auf der Agenda stehen. Er ruft sie dazu auf, dabei die digitalen Möglichkeiten wie Zoom auszunutzen und nur dann auf eine persönliche Präsenz zu setzen, wenn eine fundierte Diskussion notwendig ist.

Erleichterter Zugang zu Kurzarbeitsentschädigungen muss möglich bleiben

Lardi und Koch geben zu bedenken, dass der Bau zeitversetzt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sein werde. Deshalb sollten Bauunternehmer genauso wie Betriebe anderer Branchen umfassend von der Kurzarbeitsentschädigung profitieren können. Er erläutert dazu, dass die Kurzarbeitsentschädigung keine Alternative für die Schlechtwetterentschädigung darstellt. Könne infolge der Witterung nicht gearbeitet werden, sei nach wie vor letztere zu beantragen.

Lardi und Koch schliessen das Schreiben optimistisch: «Gemeinsam Verantwortung wahrnehmen heisst, proaktiv die Herausforderungen anzugehen. Den Tatbeweis, dass die Bauwirtschaft dies meistern kann, haben wir erbracht. Zusammen packen wir das auch ein zweites Mal an.»

 

Über den/die Autor/in

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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