«Die Gewerkschaften haben sich nicht partnerschaftlich verhalten»

Der Bauunternehmer Patrick Felix ist nicht gut auf die Gewerkschaften, insbesondere die Unia, zu sprechen. «Mit ihrem Verhalten während des Corona-Lockdowns haben sie den Wegfall von vielen Stellen auf dem Bau riskiert», meint er. Sein Ziel ist es, die Personen, die er beschäftigt, halten zu können. Eine Lohnerhöhung für seine Angestellten liegt derzeit ausserhalb seiner Möglichkeiten.  Patrick Felix ist einer, der vorausschaut. Gelernt hat er Maurer, bereits damals mit dem Ziel, Karriere zu machen. Mittlerweile ist er Besitzer und Geschäftsführer der Brunner Felix AG. Seinen Schritt in die Selbständigkeit hat er nie bereut. Er sei ein Macher, sagt er über sich selbst. Sein Bauunternehmen, das er von seinem ehemaligen Lehrmeister übernommen hat, ist in der Region Zuckenriet/Zuzwil, Kanton St.Gallen, gut verankert und geniesst einen hervorragenden Ruf.   

 

Früh das Ausmass erkannt 

 

Vorausschauend hat sich Felix auch in Sachen Corona gezeigt. «Schon früh realisierte ich, dass auch auf der Baustelle Hygienemassnahmen umgesetzt werden mussten. So war ich, als diese als verbindlich erklärt wurde, für diesen Fall gerüstet», erzählt er. Mit viel Umsicht hat Felix seinen Betrieb durch die schwierige Zeit geführt. «Hätten wir die Baustellen schliessen müssen», spricht er Klartext, «wäre es finanziell sehr eng geworden. Ich hätte einige meiner 17 Angestellten entlassen müssen.» Felix hat alles daran gesetzt, dass es nicht soweit kommt.    

 

«Das ist keine Partnerschaft» 

 

Sehr geärgert hat er sich über das Vorgehen der Gewerkschaften, vorab der Unia, während des Lockdowns. «Das war kein partnerschaftliches Verhalten», ist er erzürnt. Der Unia sei es nicht um die Sicherheit der Bauangestellten gegangen und schon gar nicht um deren Wohlergehen. «Denn dazu gehört, dass sie weiterhin ihren Lohn erhalten.» Mit der Forderung, die Baustellen seien zu schliessen, habe die Unia Stellen auf dem Bau gefährdet. «Das hat mit einer Sozialpartnerschaft nichts zu tun», ist er überzeugt.   

 

Auf der Linie des SBV 

 

Felix begrüsst es sehr, dass der SBV die Forderung der Unia nach Lohnerhöhungen klar ablehnt. «Das liegt derzeit einfach nicht drin», weiss er aus eigener Erfahrung. 

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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