Ein Mit- und ein Gegeneinander

Im letzten Teil des Jahresrückblicks mit den Monaten September bis Dezember werden Entscheide des Parlamentes zugunsten des Baus beleuchtet sowie die gescheiterten Lohnverhandlungen. Und es wird verraten, warum auch im Jahr des Social Distancing das «Miteinander» wichtig war. 

Wie gehen Bauunternehmen vor, die sich in Sachen Digitalisierung weiterentwickeln wollen und die gar neue Geschäftsmodelle finden möchten? Welche Anschaffungen machen Sinn, sprich sie rechnen sich, und welche nicht? Diese Fragen müssen Bauunternehmer immer wieder beantworten. Weil das einfacher geht, wenn man sich mit jemandem dazu austauschen konnte, hat der SBV zwei neue Erfa-Gruppen zur Digitalisierung lanciert. Beide konnten im September an der Weinbergstrasse im Beisein der Mitglieder gegründet werden. Dabei kam es gleich zu interessanten Gesprächen und einem regen Austausch.

Daneben führte der SBV im November und Dezember Webinare zur Einführung des neuen Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen BöB durch, die auf reges Interesse stiessen.

Gescheiterte Lohnverhandlungen 

Gespräche fanden zwar auch zwischen den Baumeistern und den Gewerkschaften statt, sie führten aber zu keinem Ziel. Ende Oktober stand fest, dass die Lohnverhandlungen gescheitert waren. Die Gewerkschaften hatten eine Lohnerhöhung gefordert – und das obwohl die Baubranche schmerzhafte Einbussen aufgrund von Corona hinnehmen musste und obwohl die Löhne in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Im Jahr 2020 waren es etwa beachtliche 1,3 Prozent. Rechnet man den Rückgang der Konsumentenpreise mit ein, entspricht das gar einer reellen Zunahme von 2 Prozent. «Wir haben für das nächste Jahr eine Anpassung der Löhne nach unten angeregt, die dazu beigetragen hätte, zahlreiche Arbeitsplätze zu retten bei gleichzeitigem Erhalt der guten Kaufkraft der Arbeitnehmenden. Das diesjährige Lohnwachstum ist viel stärker als in anderen Branchen und hätte genügend Spielraum geboten, um einen Mittelweg zwischen dem Schutz von Arbeitsplätzen und dem Erhalt der Kaufkraft zu finden», sagt SBV-Direktor Benedikt Koch. «Die Chance, Arbeitsplätze zu sichern, wurde nicht genutzt», kommentierte er enttäuscht. Im Dezember führten Lohnverhandlungen zu den Baukaderlöhnen ebenfalls zu keinem Ergebnis. Auch im Coronajahr zeigte sich also, dass mit den Gewerkschaften kein «Miteinander» zugunsten der Angestellten auf dem Bau möglich ist.

 Sieg des Baus im Bundeshaus 

In seiner Wintersession entschied das Parlament gleich zweimal im Sinne des SBV – und das bei zwei Geschäften, für die sich der SBV seit Jahren eingesetzt hat. Zum einen ging es um die ungerechte Mehrfachbelastung von Arbeitsgemeinschaften, beim anderen um die Verwendung der AHV-Nummern, die auf Kontrolleure ausgeweitet wird, so dass diese das Einhalten der Gesamtarbeitsverträge besser kontrollieren können. Der Austausch, den der SBV mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern pflegt, erwies sich dabei als hilfreich.

Wichtiger Zwischenschritt im Bildungswesen 

Bei der Arbeit am Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030» war das «Miteinander» wichtig. Die Bauunternehmen konnten an einer Umfrage ihre Bedürfnisse an die Kompetenzen, die junge Fachleute mitbringen sollen, mitteilen. Mit der Definition der Eckwerte im November wurde ein wichtiger Zwischenschritt geschafft.

Leuchtende Sterne 

Last but not least sorgten die Baumeister im Dezember in Luzern für Licht. Am Tour d’horizon, ihren mobilen Turm, befestigten sie 125 leuchtende Sterne, die sie für 125 Franken verkauften. Der SBV verdoppelte den so eingegangenen Betrag und spendete ihn zugunsten der Weihnachtsaktion der Luzerner Zeitung. Diese Aktion unterstützt Menschen der Innerschweiz, die sich in Not befinden und von den Behörden keine oder zu wenig Hilfe erfahren. Gerade im Corona-Jahr konnten die Baumeister so ein wichtiges Zeichen für das «Miteinander» setzen.

Kurt A. Zurfluh, Urs W. Studer und Benedikt Koch (von links nach rechts) bei der Checkübergabe. (Photo apimedia)

Über den/die Autor/in

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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