Fünf Punkte gegen die Krise

Der zweite Teil des Jahresrückblicks 2020 beleuchtet die Monate Mai bis August. Der SBV setzte im Kampf gegen die durch Corona ausgelöste Rezession auf den Fünf-Punkte-Plan. Es gab neben einigen Sorgen jedoch auch Erfreuliches. 

Der Monat Mai 2020 war der Monat, in dem der Mitte März durch den Bundesrat verhängte Lockdown gelockert wurde. Auch wenn sich der Alltag allmählich wieder etwas normalisierte, war klar, dass Corona tiefe Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. In dieser Situation präsentierte der SBV zusammen mit Infra Suisse ein Rezept gegen die drohende Rezession: Den Fünf-Punkte-Plan. Er beinhaltete konkrete Forderungen an die Behörden und die öffentlichen Bauherren auf allen föderalen Ebenen. «Ohne uferlose weitere Verschuldung der öffentlichen Hand und mit bedürfnisorientierten Investitionen kann die Bauwirtschaft einen wesentlichen Beitrag leisten, die Rezession abzufedern, Arbeitsplätze zu erhalten und den Wohlstand zu sichern», schrieb der SBV. Dafür verlangte er eine Beschleunigung und Intensivierung der Arbeiten, und zwar auch bei der Bewilligung und der Planung. «Der Weg aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation führt in der Bauwirtschaft somit nicht über teure und verspätet wirkende Impuls- oder Rettungsprogramme, sondern über eine spürbare Beschleunigung und Intensivierung der ohnehin notwendigen Arbeiten für die Modernisierung des Gebäudeparks und die Instandhaltung unserer Infrastrukturen», so der SBV.

Sehr positives Echo 

Erfreulich viele Mitgliedfirmen stützten den Fünf-Punkte-Plan, indem sie Blachen mit den Forderungen des Plans aufhängten. Auch zahlreiche Sektionen machten mit und reichten gegen Jahresende in ihren jeweiligen Kantonsparlamenten Vorstösse zum Thema ein. Im Nationalrat forderte Nationalrätin Daniela Schneeberger in einer Interpellation, die sich explizit auf den Fünf-Punkte-Plan stützte, mehr Engagement vom Bundesrat.

Auf dem Zirkularweg 

Corona machte dem SBV bei den eigenen Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung. Die Frühjahrs- Delegiertenversammlung des SBV musste auf dem Zirkularweg durchgeführt werden. Alle Anträge wurden einstimmig angenommen. Nicht stattfinden konnte der Tag der Bauwirtschaft, der im Tessin durchgeführt worden wäre.

10 000. Besucher

Die Lockerungen der Corona-Massnahmen führten dazu, dass der Tour d’horizon im Luzerner Verkehrshaus aufgestellt werden konnte. Im Juli konnte dort der 10 000 Besucher gefeiert werden. Weiter fanden im Tour d’horizon verschiedene Aktivitäten zur Berufswerbung statt, die auf ein reges Interesse stiessen. Die Corona-Situation hat dazu geführt, dass Jugendliche sich vermehrt für Berufe mit sicheren Aussichten und guten Karrierechancen interessieren. Das eröffnet dem Bauhauptgewerbe Chancen – und der SBV setzt viel daran, dass sie genutzt werden.

Mehrwert für die Mitglieder 

Neben einer umfangreichen Dokumentation zu Corona hat der SBV im 2020 den Mitgliedern zahlreiche Instrumente und Tools zur Verfügung gestellt, die die Arbeit erleichtern und einen echten Mehrwert bieten. Im August war das etwa das Excel-Tool für die Kosten-Kennwerte im Kanalbau. Im Mittelpunkt steht die Ermittlung von detaillierten Kosten- und Mengenkennwerten sowie der Aufwandstunden.

 

Über den/die Autor/in

pic

Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

[email protected]

Artikel teilen