Implenia erfüllt die EBITDA-Erwartungen

Implenia erfüllt die EBITDA-Erwartungen – operative Leistung sowie Free Cashflow sind solide. Der multinational tätige Schweizer Baudienstleister erzielte ein EBITDA von 186,8 Millionen Franken, nach Kosten der Strategieumsetzung von rund 20 Millionen. Die Strategie setzt Implenia konsequent und erfolgreich um. Das Operating Model sei effektiv,schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Implenia beabsichtigt, im zweiten Quartal 2020 die Hälfte seines attraktiven Entwicklungsportfolios zum Marktwert in die Immobiliengesellschaft Ina Invest zu transferieren. Gleichzeitig wird Implenia als bedeutender Minderheitsaktionär an Ina Invest beteiligt bleiben. Auch die Implenia-Aktionäre werden mit Ina Invest Aktien an der neu gegründeten und an der SIX Swiss Exchange kotierten Immobiliengesellschaft partizipieren. Sie werden im Rahmen der ordentlichen Generalversammlung über den vorgeschlagenen Spin-off abstimmen. Implenia schlägt der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 2019 eine Bardividende von 0.75 Franken pro Aktie vor. Implenia will nachhaltig profitabel wachsen und strebt für 2020 ein EBITDA-Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an, vor Kosten der Strategieumsetzung von 10 Millionen Franken. Implenia bestätigt die mittelfristige EBITDA-Zielmarge von 6,25 Prozent bis 6,75 Prozent (inkl. IFRS 16).

Implenia erzielte einen soliden operativen Cashflow und war in der Lage, sämtliche Investitionen aus dem eigenen Geschäft zu finanzieren. Zahlungseingänge aus Schlüsselprojekten unterstützten die Verbesserung des operativen Cashflow auf 143,5 Millionen Franken (exkl. IFRS 16: CHF 92,3 Mio.; 2018: CHF 16,1 Mio.). Der Free Cashflow betrug 84,9 Millionen Franken (exkl. IFRS 16: CHF 33,5 Mio.; 2018: CHF -52,6 Mio.).

Die Bilanz zeigt sich unverändert robust. Der Bestand an flüssigen Mitteln war mit 912,3 Millionen Franken auf Vorjahresniveau (2018: CHF 913,2 Mio.). Die Bilanzsumme lag per Jahresende 2019 bei 3083 Millionen Franken (2018: CHF 2861 Mio.). Der Anstieg ist im Wesentlichen in der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 begründet. Das Eigenkapital stieg im Vorjahresvergleich von 585,2 Millionen Franken auf 590,5 Millionen Franken. Daraus resultierend liegt die Eigenkapitalquote fast unverändert bei 19,2 Prozent (inkl. negative Fremdwährungs- und Vorsorgeeffekte). Die Gruppe weist damit im Branchenvergleich weiterhin eine solide Eigenkapitalbasis auf und ist für die weitere Entwicklung zuversichtlich. Dies aufgrund der abgeschlossenen PPA-Amortisation und der erwarteten positiven Beiträge aus dem operativen Geschäft sowie aus der beabsichtigten Ina Invest-Transaktion. Implenia bekennt sich klar zur Aufrechterhaltung des Investment-Grade Credit Ratings.

Alle Divisionen mit guten operativen Ergebnissen und positivem Trend

Die Division Development erzielte durch den Verkauf des Entwicklungsprojekts KIM inno-living sowie mit vielen erfolgreichen Stockwerkeigentumsverkäufen in der Region Zürich ein EBITDA von 44,5 Millionen Franken (2018: CHF 40,8 Mio.) und damit ein sehr gutes Resultat. Weiter wurden zusätzliche Investitionen an attraktiven Standorten im Umfang von 53,2 Millionen Franken getätigt. Daraus resultierte zum 31. Dezember 2019 ein Entwicklungsportfolio (bewertet zu historischen Kosten) von 189,5 Millionen Franken (2018: CHF 185,3 Mio.).

Die Division Buildings erzielte in 2019 eine gute operative Leistung. Das EBITDA von 51,5 Millionen Franken (exkl. IFRS 16: CHF 42,8 Mio.; 2018: CHF 33,3 Mio.) ist breit abgestützt und unterstreicht die solide Ertragskraft der Division. Alle Länder haben zum positiven Ergebnis beigetragen. Mit 2242 Millionen Franken (2018: CHF 2261 Mio.) erreichte die Division Buildings zudem einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Nach dem deutlichen Umsatzwachstum im Vorjahr fokussierte die Division bei den Projekten auf neue Vertragsmodelle sowie auf profitables Wachstum. Dadurch lag der Auftragsbestand bei 2394 Millionen Franken (2018: CHF 2’952 Mio.) mit einer vielversprechenden Pipeline, wie das Unternehmen festhält.

Die Division Civil Engineering konnte den positiven Trend aus dem ersten Halbjahr fortsetzen. Das EBITDA belief sich auf 77,2 Millionen Franken (exkl. IFRS 16: CHF 40,9 Mio.; 2018: CHF 2,0 Mio.). Diese markante Verbesserung hatte mehrere Gründe: Erstens wurden die Legacy-Projekte ohne Deckungsbeiträge abgeschlossen. Zweitens präsentierte sich die Ergebnissituation beim Spezialtiefbau äusserst stabil und drittens machten die Grossprojekte im Tunnelbau gute Fortschritte. Der Umsatz der Division Civil Engineering lag mit 2300 Millionen Franken auf dem Vorjahreswert. In der Projektakquisition konnte die Division in allen drei Business Units Erfolge verbuchen und den Auftragsbestand um rund 15 Prozent auf 3613 Millionen Franken (2018: CHF 3'145 Mio.) steigern.

Die Division Specialties erzielte ein solides EBITDA von 19,2 Millionen Franken (2018: CHF 20,1 Mio.). Die Legacy-Projekte in Polen wurden abgeschlossen. Der Umsatz reduzierte sich wegen des Abschwungs im Markt für Windenergie in Deutschland um 5,1 Prozent auf 242,0 Millionen Franken (2018: CHF 255,1 Mio.). Das Auftragsbuch blieb mit 150,3 Millionen Franken (2018: CHF 151,9 Mio.) fast unverändert. Die Leistungen der einzelnen Geschäftseinheiten innerhalb der Division Specialties waren unterschiedlich. Um die künftigen Veränderungen in der Bauindustrie mitzuprägen, wird das Portfolio der Division nach der Überprüfung der individuellen Strategien angepasst.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Implenia in kürzester Zeit das Operating Model mit einer divisionalen Organisationsstruktur mit klarer Gewinn- und Verlust- sowie Bilanz-Verantwortung umgesetzt. Bei der Umsetzung der Strategie hat Implenia wesentliche Fortschritte in allen strategischen Initiativen erzielt.

Das Portfolio wird entlang der Wertschöpfungskette sowie geographisch optimiert. Bezüglich profitablem Wachstum ist ein umfassender und gruppenweiter Value Assurance-Ansatz für Projekte ausgerollt worden, was sich bereits positiv auf die Qualität des Auftragsbestands auswirkt. Weitere strategische Initiativen wie BIM, Lean Construction, ERP-Transformationsprogramm INSPIRE, Lieferanten-Konsolidierung, Nachhaltigkeit sowie auch Talente & Organisation sind im Zeitplan. Schliesslich ermöglicht es der im September lancierte Implenia Innovation Hub, Ideen der Mitarbeitenden aus allen Bereichen und Ländern in einem strukturierten Prozess zu sammeln, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu entwickeln.

Gemäss einer indikativen Bewertung durch Dritte hat das attraktive Entwicklungsportfolio von Implenia mit Projekten an Top-Standorten in der Schweiz einen aktuellen Marktwert von über CHF 600 Mio., beziehungsweise über 3 Mrd. bei Fertigstellung. Implenia beabsichtigt, im zweiten Quartal 2020 die Hälfte des Entwicklungsportfolios, mit einem aktuellen Marktwert von rund CHF 300 Mio., in eine neu geschaffene Immobiliengesellschaft namens Ina Invest AG zu transferieren. Durch die Kristallisierung des Wertes des transferierten Entwicklungsportfolios werden sich für Implenia potenzielle Aufwertungsgewinne von rund CHF 200 Mio. (brutto) ergeben.

Die andere Hälfte des Entwicklungsportfolios verbleibt bei Implenia und enthält potenzielle, zukünftige Aufwertungsgewinne von rund 200 Millionen Franken (brutto). Beide Entwicklungsportfolios, sowohl von Ina Invest AG als auch von Implenia, werden weiterhin durch Akquisitionen erweitert.

Implenia AG wird als bedeutender Minderheitsaktionär an Ina Invest AG beteiligt sein und plant nach der Transaktion mindestens 40 Prozent der Aktien zu halten. Die übrigen Aktien der Ina Invest AG werden von der Ina Invest Holding AG gehalten, einer ebenfalls neugegründeten Immobiliengesellschaft, deren Aktien im Juni 2020 an der SIX Swiss Exchange kotiert werden. Implenia plant alle Aktien der Ina Invest Holding AG an die Implenia Aktionäre auszugeben. Die Implenia Aktionäre werden an der anstehenden Generalversammlung über die Zuteilung der Ina Invest Holding AG-Aktien an die Implenia Aktionäre in Form einer Sachdividende abstimmen, um den Spin-off von Ina Invest Holding AG zu bewirken. Falls sie dem Spin-off zustimmen, werden die Aktionäre eine Ina Invest Holding AG-Aktie pro fünf Implenia Aktien erhalten. Der Net Asset Value (NAV) pro Ina Invest Holding AG-Aktie beträgt rund 25 Franken (respektive CHF 5 pro Implenia Aktie) basierend auf einer Bewertung durch Dritte per 31. Dezember 2019. Eine Aktionärsbroschüre, die zusammen mit der Einladung zur Generalversammlung versendet wird, enthält weitere Details sowie einen vorläufigen Zeitplan zur Umsetzung der Transaktion im zweiten Quartal 2020.

Zeitgleich mit dem Spin-off wird Ina Invest Holding AG neues Geld in Form einer Kapitalerhöhung von rund 100 Millionen Franken aufnehmen. Implenia Aktionäre werden nicht handelbare Bezugsrechte zugeteilt erhalten, die sie berechtigen neue Aktien der Ina Invest Holding AG zu erwerben.

Ina Invest AG wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Projekt-Initiierung über die Realisation bis hin zur Verwaltung und Vermietung der Immobilien abdecken. Neue Finanzierungsmöglichkeiten für das Entwicklungs-portfolio mittels Eigen- und Fremdkapital werden das Wachstum von Ina Invest AG beschleunigen. Implenia wird für Ina Invest AG Projekt-, Portfolio- und Asset-Management Dienstleistungen zu Marktkonditionen (at arm’s length) erbringen. Diese Erweiterung der Wertschöpfungskette wird Implenia wiederkehrende Einnahmen sowie eine erweiterte Risikodiversifikation ermöglichen. Zusätzlich werden Implenia sowie auch Ina Invest vom frühen Einbezug in Konzeption, Konkretisierung und Realisierung von Projekten profitieren sowie auch vom integrierten Operating Model von Implenia und seiner Marktpräsenz, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu identifizieren. Ebenso wird Implenia als bedeutender Minderheitsaktionär der Ina Invest AG via Dividendenausschüttung am Erfolg partizipieren. Ina Invest Holding AG wird ein überzeugendes Finanzprofil haben mit substanziellem Aufwertungspotenzial sowie einer über dem Markt liegenden Kapitalrendite.

Implenia strebt für 2020 ein EBITDA-Wachstum an

Basierend auf den innert kurzer Zeit geschaffenen Grundlagen ist Implenia bereit, nachhaltig Mehrwert zu schaffen. Implenia wächst profitabel und strebt für 2020 ein EBITDA-Wachstum in der aktuellen Gruppenstruktur im mittleren einstelligen Prozentbereich an, vor Kosten der Strategieumsetzung von 10 Millionen Franken. Implenia wird weiterhin auf die Umsetzung der Strategie sowie auf Innovation fokussieren – stets mit der Vision vor Augen, ein multinational führender Baudienstleister zu werden. Kombiniert mit den aktuellen Marktprognosen, bestätigt Implenia aus diesem Grund die mittelfristige EBITDA-Zielmarge von 6,25 Prozent bis 6,75 Prozent.

Der Verwaltungsrat von Implenia beantragt der ordentlichen Generalversammlung vom 24. März 2020 die Ausschüttung einer Bardividende von 0.75 Franken pro Aktie, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 50 Prozent bedeutet.

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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