Reaktionen auf die Lohnverhandlungen

Mit ihrem Festhalten an der Forderung nach allgemeinen Lohnerhöhungen statt Massnahmen zum Schutz von Arbeitsplätzen im Bauhauptgewerbe in Erwägung zu ziehen, stossen die Gewerkschaften bei den Baumeistern auf Unverständnis.

Massimo Cereghetti, Unternehmer und Mitglied SBV-Zentralvorstand

Die Tessiner Bauunternehmer würden eine Lohnerhöhung nicht verstehen und sie würden gewiss ihr Missfallen bekunden. Schon die Erhöhungen der letzten zwei Jahre, die Bestandteil der Erneuerung des Landesmantelvertrages war, waren nur mit grosser Mühe akzeptiert worden. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation mussten die Tessiner Firmen weitere grosse Anstrengungen unternehmen. Während des Lockdowns und der damit verbundenen Baustellenschliessungen, zu denen es im Tessin kam, ging ihnen ein grosser Teil des Umsatzes verloren. Die Kosten verblieben je doch die Gleichen. Deshalb erwarten die Tessiner Bauunternehmen eher eine Anpassung der Löhne nach unten, auch in Hinsicht auf die Teuerung, die sich negativ präsentiert. Eine weitere finanzielle Belastung der Firmen könnten diese nicht auf ihre Kunden abwälzen, weil ein Preisanstieg unwahrscheinlich erscheint. Auch weil die Bautätigkeit abnehmen wird müssten als Kostensenkungsmassnahmen Schnitte bei den Angestelltenzahlen vorgenommen werden.

Ulrich Widmer, CEO KIBAG

In diesen unsicheren Zeiten gilt unsere erste Sorge unseren Angestellten. Unser primäres Ziel ist es, ihre Arbeitsplätze zu sichern. Das ist keine einfache Aufgabe, weil wir nicht wissen, wie sich die Bautätigkeit entwickeln wird und mit welchen Erträgen wir nächstes Jahr rechnen können. Das Kibag-Team ist sehr motiviert, alles zu tun, damit wir trotz Rezession unseren Beitrag zur Stützung der Schweizer Wirtschaft leisten können. Weil vieles im Moment noch unklar ist, wäre es falsch, wenn wir Bauunternehmen durch höhere Löhne zusätzlich unter Druck kämen. Die höheren Kosten würden es bei geringeren Einnahmen mit sich bringen, dass wir Restrukturierungen in Form von Stellenabbau vornehmen müssten. Das gilt es unbedingt zu verhindern. Unsere Angestellten sind unser grösstes Kapitel, ihnen wollen wir Sorge tragen.

 

Über den/die Autor/in

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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