Spatenstich für das Herzstück der Umfahrung

Mit dem Spatenstich begannen heute, Dienstag 25.August 2020, die Hauptarbeiten am Herzstück der Umfahrung von Wilderswil, dem 560 Meter langen Tunnel. Die neue Strasse wird das Dorf in rund vier Jahren vom Durchgangsverkehr entlasten und erst noch vor Hochwasser schützen.

Was lange währt.... Als man 1955 in Wilderswil erstmals über eine Umfahrung diskutierte, waren im Kanton Bern gerade mal 42 000 Personenwagen immatrikuliert. Heute zwängen sich täglich rund 12 000 Fahrzeuge allein durch Wilderswil in Richtung der Tourismus-Hotspots in den Lütschinentälern. Sicherheitsrisiken und hohe Lärm- und Luftschadstoffimmissionen waren und sind die unangenehmen Folgen für das Dorf. «Die attraktivere Erschliessung der touristischen Jungfrauregion (UNESCO-Weltnaturerbe) ist von zentraler Bedeutung. Bessere Sicherheit und hochwertigere Wohnqualität für Einwohnerinnen und Einwohner von Wilderswil scheinen mir aber noch bedeutender zu sein», erklärte der Berner Bau- und Verkehrsdirektor, Regierungsrat Christoph Neuhaus, beim Spatenstich für die Umfahrung Wilderswil. Lesen Sie dazu auch die Blick-Berichterstattung zum Freizeitverhalten der Schweizer hier.

 

Nur eine Umfahrung kann das Problem lösen

 

Zwanzig Jahre sind es her, als eine Machbarkeitsstudie erstmals den Schutz der Einwohner von Wilderswil in den Fokus rückte. Mit dem stetig zunehmenden Verkehr wurde immer deutlicher, dass nur eine Umfahrung das Dorf entlasten und das Wohlbefinden der Dorfbewohner bessern kann. Hinter der Umfahrung steckt aber nicht bloss eine Strasse. Das Projekt ist bestens abgestimmt mit dem Direktanschluss Gewerbezone Flugplatz wie auch mit den Hochwasser-Schutzmassnahmen. Das Kernstück der Umfahrung, der 568 Meter lange Tagbau-Tunnel unter dem Dorfkern, wird Wilderswil künftig auch vor Überschwemmungen schützen.

 

Nutzen rechtfertigt Investition

 

Das multifunktionale Projekt, dessen Hauptarbeiten dieser Tage mit dem Bau des Umfahrungstunnels beginnen, ist ein optimal koordiniertes Gemeinschaftswerk. Kanton, Region, Gemeinden, die Schwellenkorporation Bödeli Süd, das Bundesamt für Strassen sowie die Jungfrau Bahnen AG arbeiten vereint zusammen. «Nur dank dem grossen Engagement aller Akteure kann das Vorhaben nun endlich in die Tat umgesetzt werden», sagte der Berner Bau- und Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus und stellte fest: «Ich will es nicht verhehlen. Die Umfahrung kostet viel Geld, nämlich 74 Millionen Franken, die der Kanton vollumfänglich trägt. Der grosse Nutzen aber, den die zwei Kilometer lange Umfahrung Wilderswil im Verbund mit den anderen Projekten aufweist, rechtfertigt diese Investition!»

Das stimmt - in vier Jahren ist das Nadelöhr auf dem Weg zur Jungfrauregion Vergangenheit!

 

Über den/die Autor/in

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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