Update Coronavirus: Aktuelles aus der Rechtsberatung

Der Rechtsdienst des Schweizerischen Baumeisterverband SBV behandelt eine Vielzahl von Anfragen rund um die Handhabung des Coronavirus. Nachfolgend werden die häufigsten Problemstellungen aufgezeigt und kurz beantwortet.  

 

Quarantäne und Isolation

Isolation und Quarantäne sind Massnahmen, um die Infektionsketten zu unterbrechen und so die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine Person, die eine bestätigte Infektion hat oder bei der eine Infektion vermutet wird, soll zu Hause bleiben und jeden Kontakt zu anderen Personen vermeiden. Dabei wird zwischen folgenden Personengruppen unterschieden:

  •  Personen, die positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden, müssen in Isolation.
  • Personen, die in engem Kontakt mit einer Person standen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen für 10 Tage in Quarantäne.

Bei einer positiv getesteten Person handelt es sich um einen Krankheitsfall. Für diese Person besteht bis zum Ende der Isolation Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gem. Art. 64 LMV. In der Regel wird die Isolation zu Hause beendet, sobald 48 Stunden nach Abklingen der Symptome und seit Symptombeginn mindestens 10 Tage verstrichen sind.

Bei einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne besteht Anspruch auf EO-Entschädigung. Die Entschädigung entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Weitere Informationen sowie das Formular zur Anmeldung finden Sie bei Consimo. Mit dem EO-Taggeld ist die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers grundsätzlich erfüllt. Es erfolgt keine Aufstockung auf den vollen Lohn durch den Arbeitgeber.

Begibt sich jemand ohne ärztliche Anordnung in Quarantäne besteht in der Regel weder ein Anspruch auf EO-Entschädigung noch auf Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Dasselbe gilt bei Rückkehrern aus Risikoländern.

Infizierte Personen ohne Symptome

Regelmässig stellt sich die Frage, wie mit Personen umzugehen ist, welche positiv auf Corona getestet wurden, jedoch keine Symptome einer Infektion aufweisen. Auch diese Personen sind grundsätzlich als krank zu betrachten, da sie Träger des Virus sind. Zudem müssen diese Personen in staatlich angeordnete Isolation. Diese Fälle sind deshalb ebenfalls über die Lohnfortzahlung bei Krankheit gem. Art. 64 LMV abzuwickeln. Ein Aufgebot zur Arbeit steht ausser Betracht, da das Risiko einer Verbreitung des Virus im Betrieb besteht und zudem gegen eine staatliche Anordnung verstossen würde.

Reisen über die Feiertage und saisonale Arbeitstätigkeit 

Verlassen Arbeitnehmer während der arbeitsfreien Zeit über die Feiertage die Schweiz, gilt es den Risikoländern wieder vermehrt Beachtung zu schenken. Die Arbeitnehmer sollten darauf hingewiesen werden, dass bei Rückkehr aus Risikoländern, eine zehntätige Quarantäne gilt. Zum heutigen Zeitpunkt kann noch nicht abgeschätzt werden, welche Länder bei Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit im Januar oder bei saisonalem Stellenantritt im Frühjahr auf der Risikoliste stehen. Ab dem 14. Dezember 2020 gilt die aktualisierte Liste der Risikoländer .

Die Arbeitnehmer sind deshalb zu sensibilisieren, dass sie ihre Rückkehr in die Schweiz so planen, dass eine rechtzeitige Aufnahme der Arbeitstätigkeit möglich ist. Ansonsten droht ihnen ein Lohnausfall während der Quarantäne. Hierzu kann auch die auf der Homepage des SBV zur Verfügung gestellte Selbstdeklaration verwendet werden, welche in diversen Sprachen verfügbar ist.

 Michael Kehrli, Rechtsdienst SBV

 

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