Verdichtung umsetzen

Die Annahme des Raumplanungsgesetzes 2013 brachte einen Paradimgenwechsel mit sich:  Keine grosszügigen Bauzonen mehr dafür Verdichtung gegen Innen. Die Umsetzung davon erweist sich jedoch als komplizierter als gedacht. Denn der Bedarf an Gebäuden und Infrastruktur wächst mit den steigenden Bevölkerungszahlen und deren Ansprüche.  Densification urbaine Am 31. August wird sich die Umwelt-Kommission des Nationalrates sich mit dem Thema Verdichtung auseinandersetzen. Dabei soll der Verdichtung mehr Gewicht zugesprochen werden. Denn vielfach steht der Verdichtung gegen Innen ein Landschafts- und Heimat-Schutzmechanismus im Weg. Konkret: Der Ortsbildschutz; welcher rund 20 Prozent aller Gebäude in der Schweiz erfasst hat und damit in unterschiedlicher Abstufung diese Gebäude für erhaltenswert erachtet. Doch wie soll die Verdichtung ermöglicht werden, wenn viele Gemeindezentren geschützt werden? Leider zerfallen Sie darum immer öfter.  Ein weiteres grosser Verdichtungshindernis sind die unzähligen Beschwerdemöglichkeiten. Kaum ein Verdichtungsprojekt, vor allem in grösseren Städten, wo sie am dringendsten wären, kommt ohne Einsprache durch. 

 

Langsame Politik

 

Die Politik macht sich langsam daran, die Missstände zu korrigieren. Anfangs August bejahte die Umweltkommission des NR das Verbandsbeschwerderecht ein wenig. Im Natur- und Heimatschutzgesetz verfügten die Schutzverbände über uneingeschränkte Beschwerdemöglichkeiten. Damit Kleinprojekte wie Familienhäuser kein «David gegen Goliath» mehr erleben, hat die Kommission einer verhältnismässigen Einschränkung statt gegeben.  Ende August geht es nun darum, dass Verdichtungsprojekte gegenüber dem Ortschutz gleichwertig behandelt werden. Der Baumeisterverband unterstützt das Vorhaben und fordert die Kommission dazu auf, einen wirksamen und effizienten Vorschlag zu erarbeiten.  Die Verdichtungsprojekte hätten viele Vorteile. Durch einen Neubau werden massiv CO2 effizientere Gebäude gebaut. Mit den neuen Materialen schützen diese auch viel besser gegen die Lärmemissionen der Stadt. Paradoxerweise wird zurzeit der Lärm für den Bau solcher neuer Gebäude als unzumutbar taxiert. Ein Problem das Nationalrat Flach schon vor einigen Jahren erkannte und den Bundesrat zum Handeln aufforderte.  Der Paradigmenwechsel der Raumplanung steht zurzeit vor einigen Herausforderungen. Diese Probleme müssen pragmatisch angegangen werden. 

 

Gian Nauli 

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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