Wann werden Roboter zu Arbeitskollegen?

Der In situ-Roboter der ETH Zürich.

 

Roboter sind technische Apparaturen, die die Menschen bei wiederkehrenden mechanischen Arbeiten unterstützen. Sie können mobil sein oder verankert. In der Industrie kommen sie heute häufig vor, auch in der Medizin. Wie sieht es auf dem Bau aus? Eine kurze Auslegeordnung. 

 

Es ist davon auszugehen, dass Roboter in nicht allzu ferner Zukunft alles zu tun vermögen, das auch ein Mensch tun kann – bloss wesentlich günstiger, präziser, stärker und schneller. Das weckt einerseits Erwartungen, sorgt aber auch für Angst.

 

Auch in der Baubranche haben Roboter das Potential, einen tiefgreifenden Wandel auszulösen. Zwar gehören Roboter längst zu einem realen Bestandteil des Baustellenalltags – zum Beispiel in Form von Fernsteuerung von Maschinen – und doch wird es noch eine Weile dauern, bis humanoide Bauroboter Mitarbeitende auf der Baustelle ersetzen. Dies liegt nicht zuletzt daran, weil Baustellen in der Regel kompex organisiert und wechselnden Bedingungen wie dem Wetter ausgesetzt sind. So müsste sich ein humanoider Roboter etwa auf unbefestigtem Gelände bewegen.

 

Nichts desto trotz vermag Zafer Bakir, Leiter Digitalisierung beim Schweizer Baumeisterverband SBV in einem Beitrag aufzuzeigen, dass auch auf dem Bau in Sachen Roboter schon einiges möglich ist. So gibt es die bereits erwähnten Teleoperierten Roboter, es gibt programmierbare Bauroboter sowie intelligente Bauroboter wie vollautonome oder intelligente Baumaschinen oder künstliche Intelligenz.

 

Als Beispiel für einen intelligenten Bauroboter nennt Bakir den Bagger. Es gibt teleoperierte Bagger, der durch Menschen gesteuert ist und nur so intelligent ist, wie die Person, die ihn bedient. Den intelligenten Bagger zeichnet aus, dass er mit Hilfe von Rechnern, Sensoren und künstlicher Intelligenz Arbeiten ganz ohne menschliche Hilfe zu verrichten vermag. Das ist nicht Science Fiction, sondern bereits Realität. Das US-Unternehmen Built Robotics hat einen solchen Bagger entwickelt. Der Baggerführer ist hier nur Überwacher.

 

Das traditionelle Aufziehen einer Mauer setzt mindestens einen Mauerer, Mörtel und Backsteine voraus. Eine Alternative hierfür sind sogenannte Maurerroboter, welche bereits heute klassische Maurerarbeiten bei Bauprojekten übernehmen können. Ein Beispiel hierfür findet sich in der Schweiz in Reichenburg im Werk der Firma Tripema, wo Maurerroboter Backstein auf Backstein schichten, verkleben – anstelle von Mörtel kommt Leim zum Einsatz - und so vollautomatisch Backsteinwände nach Mass herstellen.

 

Zudem findet man in der Baubranche einige Ansätze zu Anwendungen von kollaborativen Robotern. Ein Beispiel dafür ist der inelligente Rover der US-Firma Doxel, der mit einem Scanner ausgerüstet ist, sich autonom auf der Baustelle bewegt und den Baufortschritt mit dem BIM-Model abgleicht.

 

Aber auch in Europa und der Schweiz finden sich bereits solche Versuche. So unterstützen ab sofort zwei «Spots» der Firma Boston Dynamics die Mitarbeiter von Rhomberg Sersa Rail auf ihren Baustellen. Auch das Bauunternehmen Losinger Marazzi hat bereits erste Gehversuche mit seinem Roboter «ANYmal» mit einem Fokus auf «Sicherheit im Bau» hinter sich.

 

Japanische Wissenschaftler forschen an humanoiden Baurobotern, Ob sich diese jedoch durchsetzen werden, wird die Zukunft zeigen.

 

Den Beitrag zu Robotern am Bau finden Sie hier.

Über den Autor

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Susanna Vanek

Redaktion «Schweizer Bauwirtschaft»

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